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 29/03/2021

Nach der Berufsausbildung ein Stipendium

Nach der Berufsausbildung ein Stipendium

Wer eine Berufsausbildung abgeschlossen hat, kann sich in viele Richtungen weiterentwickeln und noch mehr lernen. Das zahlt sich später aus. Das Bundesprogramm „Weiterbildungsstipendium“ unterstützt berufliche Talente nach einem besonders guten Berufsabschluss bei der weiteren Qualifizierung.

Muhammed Emin Demiryürek ist einer der Stipendiaten. Nach seinem Abitur absolvierte er eine Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker und ist seitdem Dreher in einem großen Industrieunternehmen. Mit seinem hervorragenden Ausbildungsabschluss bewarb er sich bei der IHK Essen erfolgreich um ein Weiterbildungsstipendium. Die Förderung nutzt er nun für ein berufsbegleitendes Maschinenbau-Studium. Beim Studium sind die Kenntnisse aus der Ausbildung von Vorteil: "Bei Freunden, die in Vollzeit studierten, bekam ich mit, dass sie in den praktischen Teilen häufig Schwierigkeiten hatten, etwa wenn es darum ging, Zeichnungen zu lesen. Solche Dinge lernt man schon in der Ausbildung und helfen dann auch im Studium", beobachtet der Stipendiat.

„Klar kann ich noch mehr!“ ist das Motto des Weiterbildungsstipendiums. Das Programm des Bundesbildungsministeriums richtet sich an Berufseinsteiger mit einer anerkannten Ausbildung, die Bewerbung ist bis 24 Jahre möglich. Voraussetzung für die Bewerbung sind berufliche Leistungen, unter anderem ein Ausbildungsabschluss mit einer Gesamtnote 1,9 oder 87 Punkten. In maximal drei Jahren können die Stipendiatinnen und Stipendiaten bis zu 8.100 Euro für die Kosten von Weiterbildungen erhalten. Gefördert werden unter anderem Fachweiterbildungen wie Techniker/-in, Meister/-in, Fachwirt/-in oder Fachpfleger/-in. Unter bestimmten Voraussetzungen kann mit dem Weiterbildungsstipendium auch ein berufsbegleitendes Studium gefördert werden.
In den dualen Ausbildungsberufen (mit Ausbildungsteilen in einem Betrieb und in einer Berufsschule) werden die Weiterbildungsstipendien von der jeweiligen Kammer vergeben, zum Beispiel von einer Industrie- und Handelskammer oder einer Handwerkskammer. In den Gesundheitsfachberufen, etwa in der Pflege, geht die Bewerbung an die SBB – Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung.

Der Stipendiat Muhammed Emin Demiryürek arbeitet parallel zum Studium weiter in Vollzeit im Drei-Schicht-Betrieb. Das funktioniert, weil er mit Mitstudierenden eine Lerngruppe gebildet hat, in der sich alle gegenseitig unterstützen. Er ist überzeugt: "Ein berufsbegleitendes Studium ganz alleine zu schaffen, fände ich sehr schwierig. Es ist wichtig, solche Gruppen zu finden." Das Studium neben dem Beruf ist anstrengend, viel Freizeit bleibt ihm nicht. Aber Muhammed Emin Demiryürek ist sicher, dass es sich lohnt: „Wer über eine Weiterbildung nachdenkt, sollte nicht damit zögern!“ Informationen: www.weiterbildungsstipendium.de

 

Von: (Almanya Bülteni) – Bonn
Foto: Privat
 

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